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Einführung
in Tarot Kartenlegen:
Tarot Tarot (maskulinum oder neutrum) ist ein 78-Blatt-Kartensatz,
mit dem verschiedene Kartenspiele gespielt werden, die Tarot
oder auch Tarock heißen. Die Karten werden, meist in speziellen
Ausführungen, auch als Deutungswerkzeuge benutzt. Zusätzlich
zum üblichen 52-Karten-Blatt enthält der Kartensatz des Tarot
vier Reiter/Ritter (eingeordnet zwischen Bube/Page und Dame/Königin),
einen Joker/Narren und 21 Trumpfkarten. Mit diesem Deck, einer
Variante ohne esoterische Symbole, wird das in Frankreich
weit verbreitete Tarot (Kartenspiel) gespielt, das von seiner
Entstehungsgeschichte her als eines der ältesten in Europa
gelten kann. Es gibt sehr viele Varianten dieses Spiels. Einige
davon sind in Italien und Österreich als Tarocchi oder Tarock
bekannt, in der Schweiz als Troccas. Das bayerische Tarock
stammt eventuell von einem ähnlichen Spiel ab, unterscheidet
sich heute aber beträchtlich davon und ähnelt eher dem Schafkopf
und dem Skat.
Die Geschichte der Tarotspielkarten war bis zum Ende des
18. Jahrhunderts mit der des als Deutungswerkzeug benutzten
Tarots identisch. Seitdem enthalten Decks, welche explizit
als Deutungswerkzeuge gedacht sind, zunehmend symbolische
Inhalte.
Bekannter als das Kartenspiel ist in Deutschland die Nutzung
des Tarots zu spirituellen, esoterischen, psychologischen
und divinatorischen (wahrsagerischen) Zwecken. In diesem
Zusammenhang wird das Tarot (oder nur die großen Arkana)
oft auch als Initiationsweg verstanden.
Erklärungsmodelle
Es gibt grundsätzlich zwei Erklärungsmöglichkeiten dafür,
warum das Ergebnis einer Tarot-Lesung Relevanz für die Beantwortung
einer Frage haben kann. Die eine ist esoterisch-spirituell,
die andere psychologisch.
Die esoterisch-spirituelle oder auch magische Erklärung
lautet Synchronizität, also die Existenz nicht-kausaler
Zusammenhänge zwischen verschiedenen Systemen. Es besteht
nach diesem Erklärungsmodell also eine Parallelität zwischen
dem, was in einer Legung dargestellt wird, und Ereignissen
im Leben des Fragenden. Dabei kann die Synchronizität sowohl
Folge eines direkten Eingreifens höherer Mächte sein, als
auch Folge der generellen Existenz solcher synchronen Systeme.
Die psychologische Erklärung geht nicht davon aus, welche
Karten in der Legung vorhanden sind, sondern nutzt den Tarot
als projektives Verfahren, als Spiegel innerer und äußerer
Prozesse. Das Tarotbild wird quasi als ein visuelles Gleichnis
zur eigenen Situation erlebt.
Da die Tarotkarten grundlegende, typische menschliche
Erfahrungen symbolisieren, ruft ihr Anblick eine subtile
emotionale Reaktion hervor, wenn das abgebildete Thema mit
der eigenen Befindlichkeit korrespondiert. In diesem Licht
kann Tarot Werkzeug zur Selbsterkenntnis, zum Aufspüren
un- oder vorbewusster Gefühle dienen, es wird zum Spiegel
des eigenen Selbst. Übersinnliche Wahrnehmungen sind allerdings
nicht zu erwarten, da auch der klarste Spiegel nur das zeigt,
was ihm gegenübersteht.
Wenn sich an einer Legung eine bestimmte subtile Emotionalität
offenbart hat, wird diese sich in Reinheit nicht unbedingt
gleich darauf wieder zeigen, wenn sie sich entdeckt fühlt
das Entdeckte nicht wünscht, so leicht wieder an die Oberfläche
zu geraten. Wichtig ist eine Anspannung von Ungewißheit
vor dem Kartenlegen. Wiederholtes, konsumierendes Befragen
des Tarot verbraucht sich rasch, bringt kurzfristig keine
weiteren Erkenntnisse, weshalb zeitliche Abstände zwischen
den Befragungen unerlässlich bleiben.
Tarot-Decks
Als Satz oder Deck bezeichnet man eine zusammengehörige Ausgabe
der Tarotkarten. Es gibt mehrere hundert solcher Decks, welche
sich teilweise nur in Details, teilweise aber sehr erheblich
voneinander unterscheiden. Insbesondere neuere Decks, oder
solche, die sich erheblich von den bekanntesten Decks unterscheiden,
werden häufig zusammen mit einem Buch angeboten, das meist
nähere Erläuterungen zu diesem speziellen Deck enthält.
Gelegentlich werden auch Kartensätze als Tarot angeboten,
deren Struktur und Abbildungen mit dem eigentlichen Tarot-System
nichts zu tun haben, so z.B. das Lenormand-Deck, Kipper-Karten
oder Wahrsagekarten anderer Systeme.
Ein Tarot-Deck besteht zumeist aus 78 Karten, einige wenige
Decks weichen von dieser Zahl ab. So hat z.B. das Universal-Tarot
von Maxwell Miller nur 74 Karten, da sich der Künstler aus
astrologischen und numerologischen Gründen entschloss, die
Pagen-Karten zu entfernen. Außerdem gibt es Ausgaben, welche
aus 80 Karten bestehen, da beim Druck der Karten die Papierbögen
80 Karten ergeben. Gelegentlich werden daher die beiden
überzähligen Karten mit weiteren Bildern, bei einigen Ausgaben
des von Aleister Crowley entworfenen Thoth-Decks z.B. mit
verworfenen Entwürfen für den Magier, bedruckt. Manche Deutungssysteme
beziehen diese Karten, die vom Schöpfer des Decks nicht
als Teil des Decks betrachtet wurden, in die Auslegung mit
ein. Weiterhin gibt es einige Decks, die nur aus der großen
Arkana bestehen.
Die 78 Karten teilen sich in die sogenannte große und
kleine Arkana, gelegentlich auch das große und kleine Arkanum
genannt (von lat. arcanum Geheimnis). Mehr zu den Arkana
und den einzelnen Karten weiter unten.
Die drei bekanntesten und einflussreichsten Decks sind
das Marseille-, das Rider-Waite- und das Crowley-Tarot.
Marseille-Tarot
Dem heutigen Marseiller Tarot sehr ähnliche Decks stammen
bereits aus dem Beginn des 16. Jahrhunderts. Das heute als
Marseille-Tarot bekannte Deck stammt aus dem Jahre 1760 und
kommt aus der Kartenmanufaktur von Nicolas Conver aus Marseille.
Die Bilder gehen auf alte Holzstiche zurück, und sind lediglich
in blau, rot, gelb und grün koloriert. Dadurch wirken sie
sehr "alt" und oft grobschlächtig. Trotzdem wäre weiterhin
anzunehmen, dass diese Farbkonstellation an die vier Elemente
Wasser, Feuer, Luft und Erde erinnert, die von tragender Bedeutung
auch im heutigen Tarot sind. Die Karten des kleinen Arkanums
enthalten lediglich die entsprechende Anzahl der Symbole,
also die Zehn der Schwerter beispielsweise die Abbildung von
zehn Schwertern.
Ein aus dieser Tradition stammendes Deck ist das 1JJ,
bei dem die Karten Die Päpstin und Der Papst in Jupiter
und Juno umbenannt wurden. Dieses Deck war im 19. Jahrhundert,
vermutlich allerdings als Spielkarten, insbesondere in katholischen
Gegenden der Schweiz beliebt.
Ein anderes Deck, welches sich in ihrer Ausführung eng
an das Marseille-Tarot anlehnt, ist das oben erwähnte Oswald-Wirth-Tarot.
Rider-Waite-Tarot
Dieses Tarot wurde 1910 veröffentlicht. Es wurde geschaffen
von Arthur Edward Waite zusammen mit der amerikanischen Künsterlin
Pamela Colman Smith. Waite war Mitglied des oben bereits erwähnten
Order of the Golden Dawn. Das Rider des Namens leitet sich
von Rider & Company, dem Londoner Verleger, ab. Dieses Deck
ist wesentlich feiner gezeichnet als das Marseille-Deck, benutzt
aber ebenfalls nur wenige Farben ohne jegliche Schattierung
und wirkt dadurch auf viele Menschen etwas comichaft.
Das Rider-Waite-Tarot zeichnet sich insbesondere dadurch
aus, dass es das erste Deck ist, welches auf den Zahlenkarten
der kleinen Arkana nicht, wie bis dahin üblich, nur die
entsprechende Anzahl der Symbole enthielt, sondern, wie
auch die großen Arkana, ein szenisches Bild. Dadurch wurden
diese Karten für viele Menschen leichter nutzbar. Dies geht
allerdings eher auf Pamela Colman Smith als auf Waite selber
zurück. Waite selbst macht in seinem Buch zu diesem Deck,
Der Bilderschlüssel zum Tarot (1), nur sehr kurze, divinatorische
Angaben zu den kleinen Arkana, die teilweise dem Bildinhalt
sogar zu widersprechen scheinen. Die Zehn der Schwerter
beispielsweise ist durch das Bild einer am Boden liegenden
Person dargestellt, in deren Rücken zehn Schwerter stecken.
Das Rider-Waite-Deck enthält zwar viele Details und Symbole,
auch empfinden die meisten Menschen die dargestellten Szenen
als interessant; aber das Deck wirkt auf viele Menschen
ästhetisch dennoch nicht unbedingt ansprechend. Wohl auch
aus diesem Grunde gibt es von keinem Deck so viele Nachahmungen.
Die sogenannten Rider-Waite Klone beschränken sich dabei
auf die erneute Wiedergabe des Motivs des Originals, aber
mit anderen zeichnerischen Mitteln. Eine Übersicht der bekannteste
Rider-Waite-Klone findet sich auf Learntarot. Auf dem Rider-Waite
basierende Decks übernehmen mehr oder weniger die Inhalte
der dargestellten Szenen, stellen diese aber auf eine neue
Art und Weise dar. Die meisten Decks, welche die Zahlenkarten
der kleinen Arkana mit szenischen Bildern versehen, basieren
auf dem Rider-Waite Deck. Bekannte Decks, die auf das Rider-Waite-Tarot
zurückgehen, sind beispielsweise das Cosmic Tarot und das
New Palladini Tarot, aber auch das Gummibärchen-Tarot, in
welchem die dargestellten Personen durch Gummibärchen ersetzt
sind.
Crowley-Tarot / Thoth-Tarot
Dieses Tarot wurde in den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts
geschaffen und erschien 1944 als Abbildungen in Aleister Crowleys
Das Buch Thoth (2). Als Satz von Karten erschien das Crowley-Tarot
erst 1969. Während Crowley derjenige war, der die den einzelnen
Bildern zugrundeliegende, sehr detaillierte Beschreibung und
Systematik schuf, war es Lady Frieda Harris, welche die eigentlichen
Bilder malte. Teile der diesem Tarot zugrundeliegende Systematik
gehen auf Samuel Liddel Mathers zurück.
Die kleinen Arkana sind zwar nicht mit szenischen Bildern
illustriert, die Darstellung der entsprechenden Symbole
und die gesamte Gestaltung der Karte vermitteln aber dennoch
einen Eindruck des Themas der Karte. So ist die Zehn der
Schwerter, die in Crowleys System den "Untergang" oder den
"Geist der Verneinung des Willens zum Leben" darstellt,
eine Abbildung von zehn verschiedenen Schwertern. Die Griffe
von neun Schwertern liegen auf den Punkten des kabbalaistischen
Lebensbaums (siehe unten), die Klingen zerstören ein zehntes,
in der Mitte liegendes Schwert. Der Hintergrund ist rot-gelb
und erinnert an Feuerschein.
Obwohl Crowley durch seinen von ihm selbst sorgsam gepflegten
Ruf als Schwarzmagier mit Sicherheit viel zu dem gelegentlich
erhobenen Vorwurf, Tarot sei ein Werkzeug von Magiern und/oder
Satanisten (siehe Kritik), beigetragen hat, ist dieses Deck
sehr populär und hat sehr viele andere Decks inspiriert.
Diese Popularität beruht sowohl auf der von vielen Menschen
als ästhetisch ansprechend empfundenen Darstellung als auch
auf dem Reichtum an enthaltenen Symbolen. Decks, die auf
das Crowley-Tarot zurückgehen, sind beispielsweise das Haindl-Tarot
und das Cosmic Tribe Tarot.
andere Decks
Tarot-Decks gibt es in großer Vielfalt. Sie unterscheiden
sich vor allem durch ihre zugrundeliegenden kulturellen, esoterischen,
spirituellen oder philosophischen Systeme sowie durch ihre
künstlerische Gestaltung. Decks, die weit von den oben genannten
Tarot-Traditionen abweichen, oder völlig unabhängig von ihnen
sind, werden im Weiteren freie Decks genannt. Dabei muß eine
Abweichung in der bildlichen Darstellung noch nicht bedeuten,
dass die Bedeutung der Karten ebenfalls abweicht. So wäre
beispielsweise ein Deck, welches die im präraffaelitischen
Stil dargestellten Szenen des Waite-Decks etwa in eine indianische
Kultur verlegt, deswegen alleine noch kein freies Deck.
Viele Tarot-Decks beziehen sich auf ein oder mehrere esoterische,
spirituelle oder philosophische Systeme oder eine bestimmte
Glaubensrichtung. Über die bekanntesten Tarot-Traditionen
wurde bereits gesprochen. Beispiele für Systeme, die sich
in vielen Decks wiederfinden, sind Kabbala, Astrologie,
das I Ging und Runen.
Es gibt viele Decks, deren Grundlage eine bestimmte Kultur
ist. Der vermutete altägyptische Ursprung des Tarots ist
wohl die Ursache für die relativ große Anzahl "ägyptischer"
Decks. Auch Aleister Crowley bezeichnet seine Kreation als
"Tarot der Ägypter". Grade bei diesen Decks gibt es allerdings
auch eine ganze Reihe, die nicht unbedingt eine tiefere
Beschäftigung ihres Erschaffers mit der ägyptischen Kultur
und Religion vermuten lassen. Ebenso gibt es etliche Decks,
welche indigene amerikanische Kulturen, beispielsweise die
Maya-Kultur, zum Thema haben. Es gibt keltische Decks, japanische,
chinesische, afrikanische, und so weiter. Häufig beziehen
sich Decks auch auf mehr als eine Kultur, so stellen die
Hofkarten des Haindl-Tarots jeweils eine indianische, eine
alt-ägyptische, eine europäische und eine indische Familie
aus mythologischen Figuren dieser Kulturen dar. Eine Sonderform
dieser Art von Decks sind die feministischen Decks, von
denen das Daughters of the Moon und das Motherpeace-Tarot
die bekanntesten sind. Diese beiden Decks bestehen aus runden
Karten, während nahezu alle anderen Decks aus rechteckige
Karten bestehen.
Andere Decks haben als Grundlage ihrer Darstellungen die
Werke von Künstlern, oder bestimmte künstlerische oder literarische
Traditionen oder Werke. So gibt es ein Shakespeare-Tarot,
ein William-Blake-Tarot, ein Dürer-Tarot, ein Bosch und
ein Bruegel-Tarot und so weiter. Eine besondere Art von
Künstler-Decks sind solche Decks, die von bildenden Künstlern
als Tarot-Decks selbst entworfen wurden, so vor allem das
Dalí-Deck, der Tarotgarten von Niki de Saint Phalle, das
Tarotdeck Hans Ruedi Gigers (Großen Arkana) und der Haindl-Tarot.
Tarot-Decks, die sich auf bestimmte Werke beziehen, sind
beispielsweise das Alice im Wunderland-Tarot, das Oz-Tarot
oder das Herr der Ringe-Tarot (welches vielen, wegen der
völlig willkürlich erscheinenden Zuweisung von Figuren und
Szenen zu den Karten, als eines der schlechtesten Decks
überhaupt gilt; ganz abgesehen von der Tatsache, dass Tolkien
als sehr traditioneller Katholik das Tarot wahrscheinlich
abgelehnt hat). Auch einige Fantasy-Rollenspiele benutzen
eigene Tarot-Decks, zum Beispiel die Serie Mage.
Weiterhin gibt es viele thematische Decks, wie beispielsweise
ein Edelstein- und ein Baum-Tarot, welche sich auf zugehörige
esoterische Systeme beziehen. Thematische Decks ohne esoterischen
Bezug sind beispielsweise das Baseball-Tarot, das Cat People-Tarot,
das Halloween-Tarot oder das Vampir-Tarot.
Und es gibt noch Decks, die für besondere Fragestellungen
gedacht sind, wie zum Beispiel das Tarot der Liebe.
Zum Manga Card Captor Sakura gibt es auch ein eigenes
Deck, das aus den 52 sogenannten Clow-Cards besteht.
Im Diskordianismus gibt es ein Modell für ein aus 73 Karten
(einer Rotation, 50+23 Permutationen in der diskordianischen
Mystik) bestehendes "freies" Set, das völlig anders strukturiert
ist als die klassischen Systeme und die diskordische Dada-Mystik
aufnimmt. Bisher gibt es jedoch keine illustrierte Version.
Als Tarot-System wird im weiteren jedes in sich geschlossene
System der Interpretationen der Tarotkarten oder einer bestimmten
Gruppe von Tarotkarten bezeichnet. Tarot-Systeme können
nur für ein einzelnes Deck gelten, oder für eine Reihe von
Decks (z.B. für alle Decks, die einer der obengenannten
Tarot-Traditionen folgen) oder für alle Decks. Während bei
den meisten Systemen durchaus viele Gemeinsamkeiten oder
der gemeinsame Ursprung feststellbar sind, gibt es einzelne
Systeme, vor allem solche, die sich nur auf ein einzelnens
Deck beziehen, die so weitgehend von den meisten anderen
Systemen abweicht, dass sie nur noch alleine nutzbar sind,
nicht mehr zusammen mit anderen.
Die großen Arkana
Die großen Arkana bestehen aus 22 Karten, welche zur Zeit
der Entstehung der Tarotkarten im 15. Jahrhundert geläufige
Sinnbilder zeigen. Während diese Karten im ältesten bekannten
Deck, dem Visconti-Tarot, unnummeriert sind, sind 21 dieser
Karten seit den Vorläufern des Marseille-Tarot aus dem 16.
Jahrhundert nummeriert. Die Karte des Narren trägt traditionell
entweder keine Zahl, oder sie wird mit der Null gekennzeichnet.
In einigen wenigen Decks wird die Karte des Narren auch zwischen
oder nach den anderen Karten des großen Arkanums eingeordnet,
und dann auch entsprechend nummeriert.
Die Kartenbezeichnungen variieren in den Decks der großen
Tarot-Traditionen nur wenig, während Decks, die sich auf
eine bestimme Kultur, ein Thema oder ein spirituelles System
beziehen, häufig, aber nicht immer, diese Bezeichnungen
entsprechend anpassen. Auch die Nummerierung und Reihenfolge
der Karten ist bei den meisten Decks gleich oder sehr ähnlich;
aber auch hier gibt es Ausnahmen. Die bekannteste ist die
Vertauschung der Karten 8 und 11 im Rider-Waite-Deck. Einige
wenige Decks haben eine völlig andere Reihenfolge.
Die 22 Trumpfkarten
Untenstehend der Vergleich der Nummerierung und Bezeichnung
der Karten in den drei einflussreichsten Decks, und als Beispiel
für ein freies Deck die Bezeichnung des Tarot der Ursprünge,
ein Deck mit einem urgeschichtlichen oder steinzeitlichen
Thema.
"Die Reise des Helden"
Eine erst in den letzten Jahrzehnten aufgekommene, mittlerweile
jedoch weit verbreitete Interpretation der großen Arkana bringt
diese mit der archetypischen Heldenreise (siehe Monomyth)
in Verbindung. Wie jede Interpretation des Tarots ist auch
diese natürlich nicht verbindlich; und für einige unkonventionellere
Decks wäre sie auch nicht anwendbar. Da aber selbst Kritiker,
die ihren Wert als Interpretation bestreiten, ihr zugestehen,
dass sie eine gute Möglichkeit ist, sich die Reihenfolge und
die grundlegende Bedeutung der Karten zu merken, ist eine
Variante hier kurzgefasst aufgeführt:
Die Reise tritt an der Narr, der wie ein kleines Kind
offen für alle und alles ist, aber sich auch um Gefahren
noch keine Gedanken macht. Magier und Hohepriesterin verkörpern
das handelnde, nach außen gerichtete und das kontemplative,
nach innen gerichtete Prinzip; die beiden Ur-Richtungen
menschlichen Lebens. Mutter und Vater werden verkörpert
von Herrscherin und Herrscher, wobei die Herrscherin das
Prinzip der uneingeschränkten Fülle und des Lebens vertritt,
und der Herrscher das ordnende und schützende Prinzip. Der
Papst oder Hierophant verkörpert das tradierte Wissen oder
Buchwissen, auch, aber nicht nur, in spirituellen Dingen.
Diese Karten stellen die Kindheit des Helden dar. Das Ende
der Kindheit bedeutet auch den Wunsch nach Partnerschaft
und Liebe (die Liebenden) und der Wunsch, die Heimat zu
verlassen und neues zu erfahren (der Wagen).
Die Erfahrungen, die dabei gemacht werden, bringen ein
Empfinden für Gerechtigkeit und deren Notwendigkeit hervor,
oder, folgt man Waites Reihenfolge, die Kraft für weitere
Taten. Der Einsiedler steht dem Reisenden mit Rat zur Verfügung,
und ist gleichzeitig Hinweis auf die Möglichkeit, Erkenntnis
nicht (nur) durch Handeln, sondern (auch) durch Kontemplation
zu gewinnen. Der Nutzen dieser Möglichkeit erschließt sich
dem Reisenden, wenn er durch die Drehung des Schicksalsrads
die Möglichkeit zum aktiven Handeln verliert und/oder ihm
ein bestimmtes Ziel gesetzt wird. Durch diese Wendung des
Schicksals erhält der Reisende die Kraft, oder, nach Waite,
die Einsicht in die Notwendigkeit der Gerechtigkeit, um
als der kopfüber Gehängte die Reise in die Dunkelheit einer
Unterwelt (und/oder sein eigenes Inneres) anzutreten. Der
Tod steht für den Übergang von der äußeren Welt in die Innen-
oder Unterwelt. Erste Erkenntnis ist dann die Notwendigkeit
der Mäßigung, des Ausgleichs und Austauschs zwischen widerstrebenden
Kräften.
Der Teufel steht für Illusionen, die den Reisenden zunächst
blenden und gefangenhalten; oft die scheinbare Erfüllung
einer Sehnsucht. Diese Illusionen werden durch den Fall
des Turmes zerstört, und in der Karte des Sterns findt der
Reisende das Ziel seiner Suche und/oder seine innere Ruhe
und sein inneres Gleichgewicht. Allerdings muß er jetzt
die Rückreise in die äußere Welt antreten. Diese Reise unter
dem Zeichen des Mondes ist allerdings eine gefahrenvolle,
man denke an Orpheus, der seine wiedergefundene Frau auf
der Rückreise endgültig verlor. Erreicht der Reisende die
Oberwelt und damit das Sonnenlicht wohlbehalten wieder,
ist die gefährliche Reise durch die Unterwelt beendet, das
endgültige Ziel jedoch noch nicht erreicht. Zunächst stellt
die Karte des Gerichts noch ein letztes Hindernis dar, so
wie beispielsweise Odysseus noch die Werber um Penelope
loswerden mußte. Erst die Karte der Welt stellt das endgültige
Ziel der Reise dar, die letztendlich die Reise zur eigenen
Vervollkommnung ist; die Entwicklung zu einem Menschen,
der sich sowohl seiner äußeren als auch seiner inneren Kräfte
bewus
st wird, und diese auch einsetzen kann. Eine etwas andere
und sehr ausführliche Variante der großen Arkana als Reise
des Helden findet sich unter anderem in (4)
Deutungs-Stichworte
Eine andere (oder ergänzende) Methode der Deutung der Karten
stellt die folgende Liste von typischen Stichwörtern zur Deutung
der großen Arkana dar:
O - Der Narr
Unbeschwertheit, Sorglosigkeit, Leichtigkeit, Leichtsinnigkeit,
Lebendigkeit, Lebenslust, Unbefangenheit I - Der Magier
Meisterung und gute Handhabung aller Energien, Verbindung
zwischen Ideenwelt und Realität, Ausgewogenheit, Klarheit,
Ideen und schöpferische Kraft II - Die Hohepriesterin
Intuition, beide Seiten einer Situation sehen oder sich
ansehen müssen, Klärung der Situation und deren Vergangenheit,
auch Klugheit und Umsicht III - Die Herrscherin
innere Kraft und Stärke, Selbstvertrauen und Verantwortungsbewusstsein,
innerer Reichtum, Fruchtbarkeit, Durchsetzungskraft IV - Der Herrscher
äußere Kraft und Stärke, Selbstbeherrschung und -kontrolle,
Wille, Stabilität V - Der Hierophant
Religiosität, Güte, Gnade, Beistand höherer Macht, erfahrener
Rat, Lehre VI - Die Liebenden
Innige Verbindung, Liebe im höchsten Ausmaß, eine harmonische
Liebesbeziehung, starke Verbundenheit, Leidenschaft, Anziehungskraft,
Reiz. VII - Der Wagen
Erfolg trotz derzeitiger Stagnation, Suche nach dem rechten
Weg, Ausruhen nach dem Erfolg, Entscheidungsnotwendigkeit,
Triumph, errungener Sieg VIII - Die Kraft
große Kraft und Stärke, Mut, Energiereserven, innere geistige
Kraft, Selbstvertrauen, gute körperliche Konstitution u.a.
IX - Der Eremit
die Suche nach dem eigenen Lebensweg, Isolation und Resignation,
Distanz, Abgeschiedenheit, Weisheit, Einsamkeit, Reifezeit
X - Das Rad des Schicksals
Das Leben geht immer weiter, Schicksal, größerer Erkenntnisprozess,
Wechsel, Auflösung alter Erblasten, einschneidende Veränderungen.
XI - Die Gerechtigkeit
Fairneß, Verantwortlichkeit, Regelung von öffentlichen Angelegenheiten,
Gerechtigkeit, Richterspruch (auch im eigenen Inneren),
Fairness XII - Der Gehängte
Ruhephase, Verzicht, Rückzug aus dem aktiven Leben, Unterwerfung,
Verschnaufpause, Überdenken der eigenen Situation, gedankliche
Bindung. XIII - Der Tod
Transformatorischer Prozess, große, tiefgreifende Loslösungsprozess,
Verlust, Loslösung von alten Bindungen XIV - Die Mäßigkeit
im Fluss sein, guter, gemäßigter Energiehaushalt, Geduld,
Gleichklang der Energien, Ausgewogenheit, Abwägen der Prioritäten
XV - Der Teufel
Abhängigkeit, feste Grenzen, das Negative überwiegt, Versuchung,
an die Materie geschmiedet XVI - Der Turm
drastische Veränderungen, Zusammenbruch des Egos, alte Systeme
stürzen ein, Auseinandersetzung, innere Unruhe, Durchleben
von stürmischen Zeiten XVII - Der Stern
Offenheit, Klarheit der Gefühle, Bereitschaft zur Aufnahme
von kosmischen Energien, Erfüllung, Hoffnung, eine kleine
Erleuchtung XVIII - Der Mond
Das Erwachen der Gefühle, Grenzen müssen überschritten werden,
intuitives Verständnis, kontinuierlicher Wandel, den jetzigen
Weg weitergehen XIX - Die Sonne
Beachtung des inneren Kindes, große Offenheit, Reinheit,
Zufriedenheit, Problembereinigung, Selbstbestätigung, Liebe
zu sich selbst XX - Das Gericht
Auferstehung, Neubeginn, das hören auf innere und äußere
Botschaften, Beginn einer neuen Phase, Wiederkehr, das Ende
von Leidenszeiten steht bevor XXI - Die Welt
Entfaltung der Persönlichkeit, Erreichen eines wichtigsten
Zieles, starke Selbsterkenntnis, das Gefühl, alles zu haben,
was notwendig ist, Erfüllung, innere Freiheit, Entfaltungsmöglichkeiten
eröffnen sich, Selbstausdruck
Natürlich gibt es außer diese Liste und der Reise des Helden
noch viele weitere Deutungsmöglichkeiten; manche davon sind
nur für ein einzelnes Deck gültig, andere auf viele oder
alle anderen Decks anwendbar.
Die kleinen Arkana
Die kleinen Arkana (auch: kleines Arkanum) bestehen aus vier
mal vierzehn Karten in vier unterschiedlichen Farben oder
Reihen, die ihrerseits jeweils aus zehn Zahlenkarten (1 (=Ass)
bis 10) und vier meist Hofkarten genannten Karten bestehen.
Einzelne Decks verändern diese Anzahl, wie das obengenannte
Universal-Tarot. Einige wenige Decks nummerieren entweder
die Karten von 1-14 durch, oder verzichten sogar auf Farben,
und nummerieren diese Karten von 1-56 durch. Es ist allerdings
teilweise umstritten, ob es sich bei solchen Decks noch in
jedem Fall um Tarot-Karten handelt, oder bereits um eigene
Deutungssysteme.
Farben und Elemente
Das Prinzip der Farben der Zahlenkarten ist aus normalen Kartenspielen
bekannt. In verschiedenen Kartensystemen entsprechen sich
diese wie folgt:
Es gibt gewisse Variationen in der Benennung der Farben;
wobei bei "freien" Decks der Variationsmöglichkeit nur wenige
Grenzen gesetzt sind. Nahezu immer aber sind die vier Farben
mit den vier Elementen der Alchemie, also Feuer, Wasser,
Luft, Erde assoziiert. Gelegentlich wird ein fünftes Element,
Leben oder Geist angenommen, dass dann mit dem großen Arkanum
assoziiert wird. Entsprechend wird verfahren, wenn nicht
auf die europäische vier-Elemente-Lehre, sondern auf die
chinesische Fünf-Elemente-Lehre (Feuer, Wasser, Erde, Metall
und Holz) bezug genommen wird; dies ist vor allem bei Decks
mit einem asiatischen Thema der Fall.
Die häufigsten Benennungen und Zuordnungen, sowie die
des Tarot der Ursprünge als Beispiel für ein freies Deck.
Die Zuordnung im Crowley-Tarot entspricht der klassischen
Zuordnung (Rider-Waite), nur dass die Münzen als Scheiben
bezeichnet werden.
Die 16 Hofkarten
Die sogenannten Hofkarten sind meist vier Karten, welche eine
Person mit dem Symbol der Farbe darstellen. Traditionell sind
dies König, Königin, Ritter und Page. Man kann mit einiger
Berechtigung sagen, dass diese Karten den größten Wandel unter
den Tarotkarten durchgemacht haben, sowohl was ihre Bedeutung
als auch ihre Darstellung betrifft.
Personenzuordnung
Anfänglich symbolisierten die Hofkarten lediglich Personen,
etwa wie folgt:
" König der Stäbe = Rothaariger älterer Mann
" Ritter der Kelche = Blonder junger Mann
" Königin der Schwerter = Brünette Frau
" Page der Münzen = Schwarzhaariges Kind
In einem Wahrsagesystem machen Karten, die etwa Eine blonde
Frau bedeuten, durchaus Sinn. In einem System, welches der
(Selbst-)Erkenntnis dient, wäre jedoch eine Karte, welche
etwa Die Macht der Gefühle bedeuten kann, wesentlich sinnvoller.
Auch mit der zunehmenden Verbindung der großen Arkana mit
Archetypen schwand die Notwendigkeit weiterer Karten, welche
Personen repräsentieren (können).
Auch in den meisten neueren Interpretationen können Hofkarten
noch Personen darstellen, wenngleich eine Interpretation
bezüglich des Alters oder gar der Haarfarbe weitestgehend
aufgegeben wurde zugunsten der Eigenschaften von Personen;
auch repräsentieren Hofkarten, wenn sie Personen repräsentieren
sollen, meist Personen jeden Geschlechts, nicht nur des
Dargestellten.
Elementezuordnung
Daneben aber stellen die Hofkarten häufig die unterschiedlichen
Einflüsse oder Anwendungen der Elemente dar. Es war zunächst
der Golden Dawn, der den Hofkarten die vier Elemente zugeordnet
und ihnen auch neue Namen gab:
Daraus ergibt sich beispielsweise, dass der König/Ritter
der Stäbe Feuer vom Feuer ist, die Karte also unter anderem
ausgesprochene Willenskraft und Dynamik symbolisiert. Der
König/Ritter der Münzen dagegen ist nach diesem System Feuer
der Erde und steht unter anderem für den Willen, materielle
Dinge zu erreichen. Wie üblich beim Tarot gibt es auch Systeme,
welche die Zuordnung anders vornehmen. Dies ist allerdings
die häufigste.
Die meisten heutigen Tarot-Systeme benutzen eine Mischung
aus diesen beiden Systemen, in unterschiedlichen Gewichtungen,
was die Hofkarten grade für Anfänger oft zu den am schwierigsten
zu erlernenden Karten macht.
Hofkarten in anderen Decks
Der Bedeutungswandel und die Vielfalt der Bedeutungen lassen
sich auch an den sich vielen Variationen der Bezeichnungen
der einzelnen Karten ablesen; wobei sehr viele der freien
Decks hier von den großen Traditionen abweichen.:
Marseille, Raider-Waite: König-Königin-Ritter-Page oder
Bube
Golden Dawn, Crowley: Ritter-Königin, Prinz, Prinzessin
Haindl-Tarot: Vater-Mutter-Sohn-Tochter
Tarot der Ursprünge:Mann- Frau-Tier-Kind
Shining Woman/Tribe:Sprecher-Gabe-Wissender-Ort
Legen und Lesen der Karten
Vorbereitung
Während viele Menschen sich auf das Lesen der Karten mit ausführlichen
Ritualen, die etwa Kerzen, Musik und/oder Meditationen beinhalten
können, vorbereiten, verzichten andere größtenteils oder völlig
darauf. Eine gewisse Konzentration gilt aber allgemein als
ratsam.
Deck und Legesystem sollten entsprechend der Fragestellung
ausgewählt werden; dies ist jedoch, insbesondere was das
Deck angeht, eine sehr subjektive Entscheidung, für die
keine Regeln existieren.
Ebenfalls eine persönliche Entscheidung ist es, ob man
beim Mischen der Karten bestimmten Ritualen oder Methoden
folgt. Wenn man mit umgekehrten Karten arbeiten möchte,
ist es notwendig, eine Methode zum Mischen der Karten zu
wählen, bei der umgekehrte Karten vorkommen können; dies
kann beispielsweise durch Abheben und Umdrehen von Karten
geschehen.
Legesysteme
Egal zu welchem Zweck man die Tarot-Karten deuten möchte,
wenn man sich nicht darauf beschränken möchte, jeweils nur
eine einzelne Karte auszuwählen, und diese zu interpretieren,
benötigt man ein Legesystem. Ein Legesystem ist jedes System,
in dem bestimmte Plätze bestimmt werden, und diesen Plätzen
eine bestimmte Bedeutung zukommt. Ein Legesystem kann aus
nur zwei Karten bestehen, andere Legesysteme beziehen mehr
Karten ein, einige sogar alle 78. Als wichtig dabei gilt nicht,
sich an ein bestimmtes System zu halten, sondern ein zur Fragestellung
passendes auszuwählen, oder selbst eines festzulegen. Daher
ist die Anzahl der möglichen Legesysteme unbegrenzt.
Als Beispiele hier nur zwei Legesysteme; einmal eine einfache
mit drei Karten, und einigen möglichen Bedeutungen der Positionen,
und einmal das Keltische Kreuz, die am häufigsten beschriebene
Legemethode.
Legen mit drei Karten
1. Vergangenheit 2. Gegenwart 3. Zukunft 1. Ich 2. Partner/in
3. Umwelt 1. Was spricht dafür 2. Was spricht dagegen 3.
Was passiert, wenn ich nichts tue
Das keltische Kreuz
1. Ausgangssituation 2. Weitere Einflüsse 3. Wurzel 4. Jüngere
Vergangenheit 5. Mögliches Ergebnis 6. Nähere Zukunft 7.
Selbst 8. Umwelt 9. Hoffnungen und Ängste 10. Ergebnis 1.
Darum geht es 2. Das kommt hinzu 3. Das wird gespürt 4.
Das hat dahin geführt 5. Das wird erkannt 6. So geht es
weiter 7. So sieht es der Frager 8. So sehen es die anderen
9. Das erwartet oder befürchtet der Frager 10. Dorthin führt
es
Es gibt diverse Variationen des Keltischen Kreuz. Während
das eigentliche Legemuster bei all diesen Variationen gleich
ist, bestehen insbesondere hinsichtlich der Reihenfolge
und Bedeutung der Karten 3-6 Differenzen.
Umgekehrte Karten
Je nachdem, wie die Karten gemischt wurden, ergeben sich unter
Umständen beim Legen Karten, die auf dem Kopf stehen. Viele,
vor allem neuere Tarot-Systeme drehen diese Karten einfach
wieder in die "richtige" Position.
Historisch allerdings wurden diese Karten (und werden
in einigen Systemen bis heute) als das genaue Gegenteil
der Bedeutung der Karte interpretiert. Würde also eine bestimmte
Karte in einer bestimmten Position Plötzlicher Reichtum
bedeuten, bedeutet sie umgekehrt Plötzliche Armut.
Dies wurde von vielen späteren Autoren allerdings als
zu einseitig betrachtet, so dass umgekehrte Karten heute
von den meisten Systemen so interpretiert werden, dass die
grundsätzliche Bedeutung zutrifft, es aber einen problematischen
Aspekt gibt. Um beim obengenannten Beispiel zu bleiben,
die Karte mag eine Gehaltserhöhung bedeuten, aber vielleicht
muss man noch explizit darum bitten.
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